Loslassen bedeutet gewinnen, nicht verlieren

Retro Holiday background with heart shaped cloud on blue sky and red balloons. Valentine's Day. Vector illustration
Manuela Csikor von „Herzcoaching“ hat in ihrer aktuellen Blogparade eingeladen, über das Thema „Loslassen“ zu schreiben.

Dieser Einladung folge ich gerne, denn immerhin geht es um eine unerlässliche Fähigkeit für glückliche Partnerschaften!

Gleichzeitig hatte ich lange so meine Probleme mit dem Wort „Loslassen“,  denn zu oft hörte es sich für mich so an wie
– „Lass den anderen einfach laufen, auch wenn es dir weh tut!“
– „Tue so, als sei dir alles egal, auch wenn es das nicht ist!“
– „Verleugne deine Herzenswünsche“ oder
– „Finde dich damit ab, wenn deine Beziehung in die Brüche geht!“

Wenn eine solche Bedeutung im Wort mitschwingt, dann wird „Loslassen“ ganz klar falsch verstanden.

Denn Loslassen hat nichts damit zu tun, sich selbst zu verleugnen oder jemanden zu verlieren!

Worum es wirklich geht, ist Folgendes:
Sehr oft versuchen wir, die Dinge in Beziehungen zu kontrollieren. Wir haben ein genaues Bild vor Augen, wie der andere zu sein hat, wie die Beziehung auszusehen hat und was der andere tun muss, damit wir uns geliebt fühlen.

Diese Kontrollbestrebungen entstammen
– unseren (teilweise) unbewussten, erlernten Verhaltensmustern und
– Versuchen, in der Vergangenheit erlittene Verletzungen für die Zukunft zu vermeiden.

Wenn wir zum Beispiel einmal dadurch verletzt worden sind, dass uns jemand knall auf Fall und unvorhergesehen wegen einer anderen Frau hat sitzen lassen, sind wir in der nächsten Beziehung vielleicht misstrauisch und sehen überall Anzeichen eines drohenden Verlassenwerdens. Möglicherweise fordern wir dann ständige Liebesbeweise von unserem Partner und überwachen sorgfältig sämtliche seiner Kontakte zu anderen Frauen.

Dies wird dann wiederum sehr wahrscheinlich dazu führen, dass unser Partner sich von uns genervt und eingeengt fühlt, und die Wahrscheinlichkeit, dass die Beziehung nicht lange hält, erhöht sich.

Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Versuch, eine Beziehung zu kontrollieren, zu genau dem führen kann, was man durch die Kontrolle eigentlich verhindern will – in diesem Fall, verlassen zu werden.

Die Frage lautet also: Was treibt uns in unserer Beziehung an? Ist es die Liebe zum Partner und unsere Freude am Zusammensein, oder sind es alte Ängste und Muster, die uns einengen und die Liebe ersticken?

Woran erkennen wir nun die alten Muster und Beziehung sabotierenden Ängste?
Sie zeigen sich immer dort, wo wir denken, wir müssten die Dinge in eine bestimmte Richtung lenken, zum Beispiel den Partner dazu zu bringen, den Job zu wechseln, mehr Sport zu treiben, weniger herumzuschreien oder liebevoller zu sein.

Es ist dabei völlig in Ordnung, nicht jede Verhaltensweise des anderen gut zu finden, und man darf das auch äußern.
Aber oft genug neigen gerade wir Frauen zu diesen indirekten Versuchen, den Mann irgendwie zu etwas bestimmtem beeinflussen zu wollen: da legen wir dann dezent bestimmte Bücher auf den Nachttisch, lassen Kommentare fallen, schenken zum Geburtstag das Fitnessabo… Weisst du, was ich meine? 😉

Ich sage damit nicht, dass da nicht auch gute Ideen dabei sind. Der Punkt ist nur: mit Kontroll- und Manipulationsversuchen kommen diese Ideen garantiert nicht an, sondern führen nur zu Widerstand!

Die gute Nachricht lautet nun: Du musst für deine Beziehung weder deine Wünsche noch deine guten Ideen aufgeben!

Der Ausweg aus dem ganzen Kontroll- und Manipulationsdilemma lautet ganz einfach, diese Wünsche und Ideen erst klar und direkt zu äußern, und dann deiner inneren Weisheit und Führung zu übergeben!

Wenn der Begriff einer inneren Weisheit neu für dich ist, dann kannst du sie dir so vorstellen:
Es gibt in dir etwas, das es besser weiß als die angsterfüllten, aus vergangenen negativen Erfahrungen geborenen Persönlichkeitsanteile, die dich überhaupt erst zu kontrollierendem und manipulativem Verhalten hintreiben. Diese Instanz ist von deiner Liebe zu deinem Partner inspiriert und sie weiß, was du brauchst, um wirklich und dauerhaft glücklich zu sein, und was der beste Weg für dich und deinen Partner ist.

Jedes Mal, wenn du merkst, wie du in alte Kontroll- und Manipulationsmuster hineinrutscht, erinnere dich daran, dass die Angelegenheit deiner inneren Weisheit zu übergeben.

Gib einfach das Kommando ab. Du kannst dir zum Beispiel sagen: „Ja, ein Teil von mir ist fest überzeugt davon, dass mein Partner mehr Sport treiben sollte und will unbedingt, dass er ins Fitnessstudio geht. Gleichzeitig erkenne ich an, dass ich nicht hundertprozentig sicher sein kann, ob das wirklich das Beste für ihn ist. Ich kann meinem Partner meine Meinung mitteilen, aber ab da übergebe ich die Sache meiner inneren Weisheit!“

Du kannst deine innere Weisheit fragen, ob du etwas sagen sollst und wenn ja, was. Was für Impulse bekommst du?

Wichtig ist einfach, dass du aufhörst, Druck auf deinen Partner auszuüben und bestimmte Ergebnisse zu forcieren. Übe dich im Vertrauen darauf, dass alles seinen Weg geht und sich gut entwickelt, wenn du offen deine Meinung gesagt hast und dich ansonsten aus der Sache heraus hältst. Werde nur aktiv, wenn du dich dazu von deiner inneren Weisheit inspiriert fühlst.

Dies gilt für die kleinen Dinge in der Beziehung genauso wie für die großen. Sage offen, was du willst und für richtig hältst – und dann …

…lass los bzw. übergib die Sache deiner inneren Weisheit!

(Möchtest du genauer wissen, wie du mit deiner inneren Stimme in Kontakt kommen kannst? Dann lies auch diesen Artikel hier.)

Du wirst erleben, dass die Dinge sich dann oft nicht so entwickeln, wie du es dir vorgestellt hast, sondern … noch besser!

Das ist das wirklich Wunderbare am „Loslassen“: Wenn wir die Dinge der Weisheit übergeben, die jenseits unserer Mustern und persönlichen Begrenzungen am Werk ist, passieren viel großartigere Dinge, als sich unser Verstand ausmalen konnte.
Und so bedeutet „Loslassen“ nichts anderes, als dass du in jeder Hinsicht gewinnst!

Kendra070315KreisIch hoffe, dieser Artikel hat dich inspiriert, und ich würde mich sehr über dein Feedback freuen! Was ist bei dir passiert, als du angefangen hast, loszulassen? Schreibe es unten in den Kommentaren!

Danke und viele Grüße,

Kendra Gettel

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One Comment

  1. Der Artikel ist wieder mal ein Volltreffer, mein Schatz!

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