Wie ich mich vor dem Geld hinter meinem Mann versteckt habe

Im Rahmen von Petra Schwehms Blogparade möchte ich mich heute an ein Thema wagen, das mir lange wie Treibsand vorkam: Zu gefährlich, um sich auch nur in die Nähe zu wagen.

Geld und Partnerschaft!

Welche Rolle spielt Geld in deiner Partnerschaft? Habt ihr beide genug davon?
Ist die finanzielle Regelung zwischen euch für beide stimmig?
Ich möchte dich ermutigen, da genau hinzuschauen, denn jede Unstimmigkeit bei dem Thema (der man bisher vielleicht ausgewichen ist) kann sich als verdeckter Hinweis auf einen Schatz erweisen. So wie bei mir.
Ich musste es aber auf die harte Tour lernen, weil ich lange nicht hinsehen wollte! 😉

euro-157423_640Wenige Dinge haben in einer Beziehung derart explosives Potential wie Geldthemen. In meiner Ehe zum Beispiel war Geld ein Pulverfass.
Das wirklich Beeindruckende daran ist, wie lange ich es geschafft habe, diese Tatsache aus meinem Bewusstsein fernzuhalten. Ich hatte zwar schon irgendwie gemerkt, dass Geld kein einfaches Thema war, aber wie schräg meine Glaubenssätze und mein Verhalten rund um Geld wirklich waren, dafür war ich blind!

Im Rückblick erkenne ich, dass ich mich vor der Auseinandersetzung mit Geld regelrecht hinter meinem Mann versteckt habe.
Ich habe die ganze mir extrem unangenehme Geldsache einfach an ihn outgesourct!

Er sollte das Geld verdienen, damit ich mich nicht damit befassen musste.

Kurz bevor wir uns kennenlernten, hatte ich mich selbständig gemacht. Es lief gerade so, dass ich genug zum Überleben und ein klitzekleines Bisschen zum Vergnügen übrig hatte.
Mit dem Beginn unserer Beziehung und unseres Zusammenlebens schlich sich dann zunehmend die Haltung ein, dass ich von meiner Arbeit ja auch gar nicht leben musste. Ich machte und tat, aber konnte der Konfrontation damit, dass ich irgendetwas bei mir nicht so recht im Fluss war, prima ausweichen, weil insgesamt reichlich da war. Denn mein Mann verdiente gut – zumindest am Anfang!

Ich richtete mich in der Rolle der hinzuverdienenden Ehefrau ein – noch so ein Bild, von dem ich erst nach Jahren merkte, dass ich es überhaupt hatte. In meiner Welt war das eben so: Der Mann verdiente, das war nicht mein Job! Dafür bekam er ja schließlich Heim, Essen, gewaschene Wäsche und MICH! Und es war mir noch nicht einmal wirklich bewusst, dass ich so tickte!

Ok, und damit sind wir mitten in all den unlogischen Einstellungen, die ich hatte. Denn einerseits hielt ich es für richtig, dass er mich unterhielt, weil ich seine Frau war, aber andererseits hatte ich auch dauernd Zweifel daran, dafür wertvoll genug zu sein und es zu verdienen. Was rechtfertigte WIRKLICH, das er für mich sorgte?

poverty-96293_640Das war die Horrorfrage. Und genau dieselbe Frage tauchte auch immer wieder in Zusammenhang mit meinen Kunden auf: Wofür sollten die mich eigentlich bezahlen? Ich kam mir vor eine Bittstellerin, wie eine Bettlerin. Geld anzunehmen erschien mir immer falsch. Sowohl in meiner Ehe als auch in meiner Arbeit.

Es war wahnsinnig frustrierend und entnervend – und gar nicht gut für mein Selbstwertgefühl. Schließlich wollte ich das ganze blöde Thema einfach nur noch vermeiden und beschränkte mich auf kleine Freundschaftsjobs. Da war es ja ok, für wenig Geld zu arbeiten. So konnte ich beweisen, was für ein lieber, großzügiger, hilfsbereiter Mensch ich war.

Aber dann… schmiss mich das Leben aus meiner Komfortzone. Es fing damit an, dass mein Mann eine neue Stelle hatte und wesentlich weniger verdiente als bisher, und bei uns gingen die Verteilungskämpfe los. Er budgetierte jeden unserer Lebensbereiche. Ich fühlte mich eingeengt und kontrolliert und hatte immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich Geld ausgab.

Dann kam die Trennung und mit ihr der Streit um den Unterhalt. Das Geldthema flog mir so richtig um die Ohren. Erst wollte ich gar kein Geld von ihm, merkte aber bald, dass es so nicht funktionierte. Ich konnte nicht von heute auf morgen mit einem kleinen Kind finanziell unabhängig sein. Ich fühlte mich schuldig, weiter auf seine Geldspritzen angewiesen zu sein (Was rechtfertigte jetzt noch, Geld zu bekommen, da ich ja nicht mehr seine Frau war???) und war gleichzeitig wütend, dass er mir nicht mehr gab.

Das Hauptproblem bei der Geschichte war allerdings meine fest verwurzelte Überzeugung, es einfach nicht aus eigener Kraft hinzubekommen.

Aber an dem Thema gab es nun keinen Weg mehr vorbei. Er warf mir vor, ich wolle einfach kein Geld verdienen. Erst nahm ich ihm das extrem übel, aber später erkannte ich, dass er das erstens gar nicht böse gemeint und zweitens Recht hatte. Ich wollte nicht! Ich wollte mit der Geldsache nichts zu tun haben, um nicht wieder mit diesem Gefühl konfrontiert zu werden, auf diesem Gebiet eine totale Versagerin zu sein.

Seitdem habe ich einiges an Glaubenssätzen ausgegraben, die mir im Weg gestanden haben.
Voilá, hier meine Sammlung ;-):

Ich habe nicht das Recht, mehr zu verlangen, als ich zum Gerade-so-Überleben brauche.
– Ich muss so tun, als ob Geld mir nicht wichtig ist.
– Geld ist etwas, an das ich einfach nicht herankomme, egal wie sehr ich mich abstrampele.
– Ich habe nichts Substantielles, was ich im Austausch für Geld zu bieten habe.
– Geld ist ein doofes Spiel, das die anderen erfunden haben, um mich hereinzulegen.  Ich kapiere es nicht und weigere mich, es mitzuspielen.
– Reiche Menschen sind kompliziert, überheblich, gefühllos, oberflächlich und langweilig. Arme sind kreativ, warmherzig und miteinander solidarisch. Ich will arm sein!
– Sobald ich von einem Menschen Geld will, zerstöre ich die Beziehung zu ihm. Also lasse ich es lieber…
– Geld zu bekommen ist eine Abwertung meiner Person (als ob der andere zu mir sagt: „Ich geb dir was du willst, damit du mich endlich in Ruhe lässt, denn du nervst mich!“)
– Kein Geld zu nehmen ist eine noble, vorbildliche Haltung, von der die Welt mehr braucht

Mittlerweile kann ich sagen, ich habe zum ersten Mal in meinem Leben wirklich Verantwortung für das Geldthema übernommen. Ich merke, wie belastet meine Beziehung zu Geld gewesen ist und was ich ihr alles aufgebürdet habe.

Und das verdanke ich zu großen Teilen meiner Trennung!

Ich wollte das Geldverdienen zwar anfangs schon wieder am liebsten meinem neuen Partner aufdrücken ;-), aber ich weiß, dass das nicht die Lösung ist, sondern ich erst Frieden habe, wenn ich genügend erfahren durfte, dass ich das auch „kann“.

Seither haben sich ein paar Dinge verändert:

1. Der endlose Streit ums Geld mit meinem Exmann hat aufgehört! Ich stelle völlig perplex fest, dass ich ihn die ganze Zeit missverstanden hatte! Während ich dachte, er würde sagen: „Du hast ein unlösbares Problem mit dem Geldthema und nervst, weil du mir auf der Tasche liegst!“ meinte er eigentlich: „Hey, ich weiß, dass du es kannst, mach es doch einfach!“ Und anstatt mich unter Druck zu setzen (wie ich es immer empfunden habe….), ist er großzügig und hilfsbereit. Unsere Beziehung ist gut!

treasure-161753_6402. Mein jetziger Partner spiegelt mir: Ich glaube an dich und du bist wertvoll (und er ist auch sonst einfach wundervoll… :-) ).

3. Ich laufe nicht mehr vor dem Geldthema weg, sondern schaue es mir an.

4. Ich gebe nicht mehr planlos Geld aus, sondern sorge dafür, dass genügend da ist, um meine Rechnungen pünktlich bezahlen zu können.

5. Ich tue Dinge, die bisher definitiv außerhalb meiner Komfortzone lagen.

6. Ich habe herausgefunden, was ich zu bieten habe! 
(Willst du mit deinem Mann wieder das Gefühl haben, vor Glück platzen zu können?
Den Weg dahin kann ich dir zeigen :-) )

Hinter dem ganzen ätzenden Zeug rund um Geld in meiner Ehe lag ein großer Schatz vergraben. Es war nicht dazu da, um mir das Leben unnötig schwer zu machen, sondern um mir zu zeigen, wo ich einfach nicht in Übereinstimmung mit dem lebe, was ich in Wahrheit bin.
Nämlich kein wertloses, finanziell unfähiges und zum Überleben auf einen Gönner angewiesenes Ehefrauanhängsel, sondern …

ein Mensch, der zählt.

Egal ob in meiner Partnerschaft oder in der Beziehung zu meinen Kunden.

Jeder Mensch zählt. Auch du! :-)

Es würde mich freuen, wenn dieser Artikel dir Lust gemacht hat, dich dem ein oder anderen Thema zu stellen und den Schatz dahinter zu entdecken. Erzähle mir doch, was du herausgefunden hast!

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Kendra

Noch ein Nachtrag nach dem Feedback einer lieben Freundin: Ich will mit diesem Artikel NICHT sagen, dass es nicht in Ordnung ist, wenn du dich um Haus und Kinder kümmerst, und er das Geld nach Hause bringt, und das für euch beide stimmt!
Wenn du weisst, was deine Arbeit mit Haus und Kindern wert ist (meiner Ansicht nach ist das einer der anspruchvollsten Jobs der Welt…!) und er es auch weiss – ja dann wunderbar! Es geht nie um die äußere Form eine Arrangements, sondern um die innere Haltung dahinter. Und bei mir lautete die eben nicht „Hausfrau sein, weil ich das so möchte und den Wert darin erkenne“, sondern „Lass mich mit Gelddingen in Frieden!“

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